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Tipps: Worauf man grundsätzlich achten sollte!

Und nicht alles davon betrifft jetzt zwangsläufig nur Tuningprodukte ;-)


Vorweg gleich das Wichtigste: LASSEN SIE SICH NICHT BLENDEN !!!!!

  1. Werbung beeinflusst, denn das ist ja letztendlich deren ureigenster Zweck !
    Je präsenter ein Anbieter im Internet ist, z. Bsp. bei Suchmaschinen und in einschlägigen Foren, oder auch in Tageszeitungen und Fachzeitschriften, desto mehr Geld hat dieser logischerweise in diese Art der Werbung bzw. des Marketings investiert, und nicht in die Entwicklung seiner Produkte.
    Denn auch diese Präsenz gibt es (wie das meiste auf dieser Welt) keineswegs gratis.


  2. Betrachten Sie „Selbstbeweihräucherung“ kritisch !
    Nur weil jemand mit dem Slogan: Produkt XY „vom Profi“ wirbt, heißt das noch lange nicht, dass dieser auch wirklich „professionell“ agiert und lässt schon gar keine Rückschlüsse auf die Qualität seiner Produkte zu.

    Ein "Profi" ist per Definition nur jemand, der von dem was er macht auch wirtschaftlich lebt.
    Das trifft auf einen Gehirnchirurgen ebenso zu wie auf einen Müllmann, auf einen seriösen Banker ebenso, wie auf einen Kredithai und auch auf die meisten Politiker, ob nun korrupt oder auch nicht. ;-)


  3. Hinterfragen Sie die Bedeutung ausgefallener Begriffe !
    Beispiel gefällig ?
    So etwas wie einen „Werkstuner“ gibt es de facto nicht.
    Das klingt zwar für den Kunden super, denn es suggeriert diesem, dass das Werk (also der Fahrzeughersteller selbst) diesen Anbieter beauftragt hätte seine eigenen Fahrzeuge zu manipulieren bzw. zu „optimieren“, was natürlich völliger Unsinn ist.
    Für den Fahrzeughersteller wäre es die leichteste Übung dies selbst zu tun, so er dies tatsächlich wollte.
    Alles andere wäre ungefähr so wahrscheinlich (und dementsprechend auch sinnvoll) wie wenn CocaCola einen lokalen Fruchtsafterzeuger damit beauftragen würde die Formel für deren weltweit beliebtestes Getränk zu überarbeiten, was im Grunde genommen eigentlich nur eines ist (und zwar in beiden Fällen), nämlich ausgesprochen lächerlich.

    Zwar gibt es auch hier Ausnahmen, die ja bekanntlich jede Regel bestätigen.
    Diese unterscheiden sich aber grundlegend von der Masse und sind somit relativ leicht als solche zu erkennen, doch dazu kommen wir später, siehe * (am Ende des Dokumentes).


  4. Lassen Sie sich nicht blenden !
    Es gibt durchaus Anbieter die wirklich viel Geld in die Ausstattung und das Equipment ihrer Firma gesteckt haben (siehe Punkt 8, Fassadenmerkmale) um so einen seriösen Eindruck beim Kunden zu erwecken.
    All das ist jedoch noch keineswegs ein Garant für ein hochwertiges Produkt.
    So soll es schon vorgekommen sein, dass derartige Anbieter ihre geistigen Ergüsse in Form von primitivster Tuningsoftware mit mäßigem Leistungsgewinn und geringer "Mechanik-Halbwertszeit", auf der ganzen Welt an Subhändler verscherbeln...…
    …….und zwar für 2-stellige Eurobeträge !!!
    Wie weit es hier mit der Qualität derselben her ist, kann man sich leicht ausmalen, selbst wenn man Laie ist und sich mit der Technik die dahinter steckt, bislang nicht beschäftigt hat.

    Einen ersten Hinweis darauf ob der jeweilige Anbieter dermaßen arbeitet, findet man übrigens schön häufig auf dessen Homepage.
    Wenn hier eine mit unzähligen Pin's versehene Weltkarte zu finden ist, die Einbaupartner oder Stützpunkthändler bezeichnet, dann ist hier prinzipiell schon mal Vorsicht geboten, zumindest wenn es sich dabei nicht um einen der alteingesessenen und üblicherweise bestens bekannten Branchenriesen handelt.

    Umgekehrt liegt es auch durchaus im Rahmen des Möglichen, dass einzelne ölverschmierte Hinterhofschrauber (also optisch gesehen das genaue Gegenteil der Fassadenmerkmal-Anbieter) ihrer Mundpropaganda-Kundschaft ausgereifte Abstimmungen liefern können, von denen viele Glaspalast-Kunden nur träumen dürfen, zumindest theoretisch.
    Kurz gesagt: Von Äußerlichkeiten sollte man sich hier nicht beirren lassen.


  5. Worauf lässt man sich bei einem Softwaretuning überhaupt ein und welche Risiken bestehen dabei?
    Nun, das ist wohl den wenigsten Tuning Kunden wirklich bewusst.
    Zunächst sollte man sich das allerwichtigste Faktum von allen ganz bewusst in’s Gedächtnis rufen:
    Auf Grund des generell vorherrschenden Ersatzteil- und Reparaturpreisgefüges, kann wirklich keine noch so große Ersparnis beim Kauf die Kosten kompensieren, die auf Sie zukommen wenn wirklich einmal etwas kaputtgehen sollte.

    Völlig egal welches Bauteil an so einem Vehikel durch minderwertige Software seine Lebensgeister aushaucht, einen 4-stelligen Eurobetrag ist man in jedem Fall damit los, wenn es sich um grobe Motor- oder Getriebeschäden handelt, unter Umständen auch noch deutlich mehr.
    Die beiden Fragen die sich in diesem Zusammenhang geradezu aufdrängen und die es unweigerlich vor dem Kauf zu beantworten gilt, sind also:
    • Ist es wirklich sinnvoll in Anbetracht des doch nicht ganz unerheblichen Risikos hier jeden möglichen Euro "Sparpotential" auszunutzen ?
    • Und, sind Sie im Gegenzug auch dazu bereit das oben dargelegte Risiko selbst zu tragen ?


  6. Die Vielfalt ist der Spezialisierung Tod !
    Eine alte Binsenweisheit die in dieser Branche, wo es praktisch kein Wissen zu kaufen gibt und in der man sich jede noch so kleine Information hart und nicht selten mit kostspieligen Erfahrungen erarbeiten muss, eine die wohl doppelt schwer wiegt.
    Was sicher jedem einleuchtet: Niemand kann alles wissen und je breiter das Wissen gestreut ist, umso weniger kann es bei einzelnen Teilbereichen in die Tiefe gehen.

    Das jetzt bitte nicht falsch zu verstehen, wir wollen hier nicht alle anderen die sich nicht spezialisiert haben verteufeln.
    Wir möchten nur, dass Sie sich der Konsequenzen bewusst sind.

    Wenn Sie ein Fahrzeug des Herstellers „A“ besitzen und damit zu jemanden gehen der Produkte für die Fahrzeuge A, B, C …….. bis einschließlich V, W, X, Y und Z anbietet, dann werden Sie höchst wahrscheinlich nicht das bestmögliche Produkt für Ihr Fahrzeug „A“ erhalten, weil diesem Anbieter schlicht und ergreifend das spezielle Wissen und auch die speziellen Werkzeuge sowie die speziellen Dokumentationen dafür fehlen.
    Im günstigsten Fall (die anderen, weniger erfreulicheren Möglichkeiten wollen wir hier erstmal beiseite lassen) werden Sie vielleicht ein mittelmäßiges Produkt bekommen.
    Wollen Sie das wirklich ?

    Noch einen Tick extremer kann die Situation werden, wenn sich der Anbieter (neben dem theoretischen Ideal) zusätzlich mit einem ganzen Arsenal an Nebenaktivitäten befasst, beispielsweise mit:
    - Tachomanipulationen (die nebenbei bemerkt meist nur der Täuschung dienen und somit ohnehin höchst fragwürdig sind)
    - frei programmierbare Motorsteuerungen
    - Massenabfertigungs-Aktionen in Ihrer Nähe.
    - Bremsentuning,
    - Fahrwerkstuning,
    - Karosseriestyling,
    - Aerodynamik,
    - Neu- und/oder Gebrauchtwagenhandel,
    - Ersatzteile- und/oder Zubehörhandel,
    - Car-Hifi
    - Auto-Alarmanlagen
    - Radarwarner usw.

    Hier stehen die Chancen wirklich gut ein bestenfalls drittklassiges Produkt (oder eventuell sogar noch Schlimmeres) zu erhalten, denn je breiter das Betätigungsfeld ist, umso breiter gestreut muss zwangsläufig auch das entsprechende Wissen rundherum sein.
    Das wiederum bewirkt folgerichtig, dass in den einzelnen Sparten dieses breiten Betätigungsfeldes kaum mehr als das allernötigste Basiswissen vorhanden sein wird um hier überhaupt etwas anbieten/verkaufen zu können.
    Ist es wirklich das was Sie wollen ?

    Wer einen juckenden Hautausschlag hat, geht doch üblicherweise auch zu einem Spezialisten also einem Dermatologen und nicht zu seinem Hausarzt, also einem Allgemeinmediziner, um die bestmögliche Versorgung zu erhalten.
    Hier ist das selbstverständlich.
    Seltsam nur, dass das in manchen anderen Bereichen nicht so ist.

    So mancher Leser wird das vielleicht als schockierend empfinden, dennoch ist es in der Tat so, dass der Großteil der selbsternannten „Tuner“ am Markt keine adäquate Ausbildung hat.
    Viele kommen aus der „Mechanikerabteilung“ haben jedoch von Software oder Elektronik praktisch keine Ahnung.
    Andere wiederum kommen ursprünglich aus der IT-Branche und können mit Steuerungselektronik herzlich wenig anfangen.
    Das Schlimmste dabei aber ist, dass diese meist auch keinerlei Vorstellung davon haben, was in einem Motor verbrennungstechnisch so vor sich geht.
    Beiden Quereinsteigern ist hier eines gemeinsam:
    Ihr „Wissen“ im Bezug auf das „Aufmotzen“ eines Motors besteht einzig und alleine aus den (eher dürftigen) Erkenntnissen von (mehr oder weniger erfolgreichen) „try and error“ Versuchen.
    Mit anderen Worten: Es wird versuchsweise an irgendwelchen unbekannten Schrauben (also Kennfeldern) herumgedreht und beobachtet was sich dadurch verändert.
    Läuft das Ding danach schneller ist die Freude groß, denn dann wurde etwas gefunden das sich verkaufen lässt, die Konsequenzen aus dieser Veränderung sind den Urhebern derselben meist völlig egal.
    Auf die Medizin umgelegt hieße das, es gäbe nur ausgesprochen wenig echte Ärzte, jedoch jede Menge Quacksalber die bloß eines wissen (und nur um etwas zu verkaufen braucht man auch nicht wirklich mehr) nämlich welches Medikament bei welchen Symptomen am ehesten hilft, ebenfalls völlig unabhängig von den möglichen Folgen.
    Das diese Kurpfuscher keine Ahnung von den in dem Medikament enthaltenen Wirkstoffen, deren Wirkweisen oder geschweige denn von den Wechsel- und Nebenwirkungen haben, ist jenes kleine Detail am Rande, dass dem Patienten bzw. Kunden leider verborgen bleibt.

    Ein weiteres Fakt ist, dass praktisch jeder Fahrzeughersteller, zumindest was die Steuerungselektronik betrifft, sein eigenes Süppchen kocht.
    Insiderinformationen und entsprechende Werkzeuge für eine einzige Marke zu bekommen ist schon eine echte Herausforderung, für mehrere oder alle ist das schlicht und ergreifend ein Ding der Unmöglichkeit.
    Daraus folgt aber zwangsläufig, dass die oben gemachte Behauptung (woher das „Wissen“ kommt) insbesondere auf jene Anbieter zutreffen wird, die sehr viele oder gar alle Fahrzeugmarken bedienen.
    Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:
    Die „try and error“ Methode macht unter gewissen Umständen (speziell im Bereich des reverse engeneering) sehr wohl Sinn und hat somit auch durchaus ihre Existenzberechtigung.
    Nur wenn dies die einzige Wissensquelle darstellt, dann möchten vermutlich die wenigsten bei so einem Anbieter oder Arzt, Kunde bzw. Patient sein.


  7. Marktsituation bei Software generell und bei Chiptuning im Speziellen
    Eigentlich sollte man meinen, dass qualitätsbewusste Kunden, die prinzipiell keinen Billigramsch kaufen, auch beim Zubehör ihres Wagens, (und Tuning gilt streng genommen als Zubehör genauso wie der Dachgepäckträger oder die nachgerüstete Anhängerkupplung oder die Freisprecheinrichtung) Wert auf hochwertige Produkte legen und bereit sind, angemessene Preise dafür zu bezahlen.

    Leider ist das nicht immer so!
    Wenn man ein wenig darüber nachdenkt, wird auch klar warum.
    Bei minderwertiger Software liegt es in der Natur der Sache, dass diese vom Konsumenten meist nicht sofort als solche zu erkennen ist.
    Diese Tatsache ist umso stärker ausgeprägt, je unkritischer die Hardware ist worauf diese Software läuft bzw. die von derselbigen gesteuert wird.

    TDI Motore aus dem VAG Konzern sind hier das klassische Paradebeispiel schlechthin und wirklich extrem „dankbare“ Verwerter selbst dilettantischster Tuningfiles.
    Diese „fressen“ fast alles an Software einschließlich solcher mit gravierenden Konzeptionsfehlern, ohne den Dienst gleich völlig zu verweigern, rußen eventuell nur etwas mehr und quittieren besonders schlechte Files (oder unpassende Kopien von fremden Motoren) gelegentlich mit Ruckeln oder vereinzelt auch mit dem einen oder anderen Notlauf.
    Dank ihrer konstruktiven Reserven kann man aber auch mit überzogenen oder unpassenden Erhöhungen oft eine ganze Weile fahren, bevor echte Schäden auftreten.

    Das wirklich aberwitzige daran ist:
    Wegen dieser Gutmütigkeit fühlen sich gute und viele schlechte Tuningfiles (und teilweise auch kopierte Originalfiles anderer Motoren) bei vergleichbarer Leistung sehr ähnlich an, sodass der Kunde sie kaum unterscheiden kann, zumindest solange der Motor nicht in den Notlauf geht.
    Und Spätfolgen treten, wie der Name schon sagt, eben nicht sofort, sondern mitunter erst sehr verzögert auf, sodass die meisten betroffenen Kunden eventuelle Schadensfälle dann gar nicht mehr mit der minderwertigen Software assoziieren mit der das Fahrzeug vor geraumer Zeit zwangsbeglückt wurde.

    Die logische Schlussfolgerung daraus:
    Solange keine deutlich fühlbaren Probleme auftreten, wird der Kunde eines „Kopierers“ oder (oft tatsächlich ahnungslosen) Billiganbieters mit der Leistung seines TDI ähnlich oder genauso zufrieden sein, wie ein anderer Fahrer dessen Motor die gleiche Leistung aus einer sauberen und dauerhaltbaren Gesamtabstimmung erzeugt.
    Solche Erfahrungen sprechen unweigerlich die Schnäppchenmentalität der Interessenten an.
    Wenn das "Popometer" den einzigen Qualitätsfilter darstellt und dieses überwiegend sehr ähnliche Ergebnisse meldet, wird dort gekauft wo es am billigsten ist.

    Hinzu kommt noch, dass der Eindruck des Normalkunden (ohne Hintergrundwissen über den Entwicklungsaufwand und die damit verbundenen Risiken) hauptsächlich vom Kontrast zwischen sichtbarem Arbeitsaufwand und Preis beherrscht wird.
    Da macht jemand eine lockere und bequeme Arbeit, die oft nur ein paar Minuten dauert und verlangt dafür mehrere hundert Euro.
    Daraus wird geschlossen: Teurere Softwareanbieter können also nur noch größere Abzocker sein.

    Diese mehrheitliche Kundenmentalität führt zwangsläufig zu einem Preisdruck auf die Softwareentwickler, der die Entwicklung guter Files (was logischerweise wesentlich aufwändiger und daher auch teurer ist) immer weniger belohnt oder diese im Extremfall sogar von vornherein ausschließt, zumindest wenn der Entwickler wirtschaftlich arbeiten will.

    Begünstig werden damit leider neue Arten von Dumpinganbietern, die oft in Vorort - "ich zwangsbeglückte alles was nicht schnell genug flüchtet" - Aktionen ihren Gewinn aus der massenhaften Verbreitung von Tuning-Software ziehen, die wirklich hart an der Datenmüll-Grenze liegt.

    Solche Anbieter bedienen sich übrigens gerne ziemlich schmutziger Tricks um darüber hinwegzutäuschen, dass ihre zweifelhafte Software kaum vernünftig Mehrleistung bringt.
    Der Klassiker in diesem Segment ist das Gaspedalkennfeld mit dessen gezielter Manipulation sich wirklich beeindruckende "Heiße-Luft-Effekte" erzeugen lassen.
    Hebt man die Wunschmenge bzw. das Wunschmoment schon bei halbem Pedalweg auf annähernd 100% des Maximalwertes an, dann reagiert der Motor bei wenig Gas extrem bissig auf jeden Millimeter Pedalweg, was dann die vom Anbieter gewünschte Illusion eines hohen Leistungsgewinns erzeugt.
    Dass zwischen 50 und 100% des Pedalwegs überhaupt nichts mehr passiert, wird dem normalen Kunden (wenn überhaupt) erst so spät bewusst, dass eine Reklamation beim Anbieter dann meist keine reale Chance mehr hat.
    Nur am Rande sei noch erwähnt, dass man sich mit solch einer "Abstimmung" meist ein absolut katastrophales und nervöses Fahrverhalten beim Stopp and Go bzw. Kolonnenverkehr einhandelt, mit dem ein einigermaßen entspanntes weiterkommen fast unmöglich ist.

    Zusammengefasst lässt sich also folgendes sagen:
    • Für die Masse der Kundschaft brauchen Tuningfiles nur gerade so "gut" zu sein, dass frisch getunte Motoren nicht gerade reihenweise auseinander fallen oder in den Notlauf gehen.

    • Eine allgemeine Generalisierung (Billig = Schlecht, beziehungsweise Teuer = Gut) kann man hier zwar ebenso wenig treffen wie in den meisten anderen wirtschaftlichen Bereichen des Lebens.
      Tendenziell gilt aber natürlich schon: Je niedriger die Normalpreise eines Softwareanbieters sind, umso weniger (hochwertige) Arbeit kann grundsätzlich in seinen Files stecken.
      Böse Zungen behaupten sogar, dass etwa im selben Maß (umgekehrt proportional zum Preis) die Chance für den Kunden steigt, ein hingeschludertes File oder gar eine Software für einen völlig andern Motortyp zu erhalten (mit dem/der dieser nur mehr schlecht als recht läuft), was wiederum die Wahrscheinlichkeit teurer Schäden entsprechend steigen lässt.
      Oder anders formuliert:
      Wer billig kauft hat eine extrem kleine Chance ein gutes Produkt zu erhalten, und eine verhältnismäßig große Chance auf das genaue Gegenteil.
      Käufer im oberen Preissegment sind natürlich nicht nur auf Grund des höheren Preises vor schlechten Produkten gefeit, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist wesentlich geringer, umgekehrt sehen die Chancen hier ein hochwertiges Produkt zu erhalten deutlich besser aus.


  8. Wie aber findet man nun einen Anbieter der gute Qualität zu einem angemessenem Preis liefert ?
    Den Preis kann man als Kunde sicherlich beurteilen, was man dabei jedoch nicht vergessen und auch entsprechend berücksichtigen sollte ist Folgendes:
    Was sich blitzartig im Bewusstsein festsetzt und dort auch nur mehr äußerst schwer wegzukriegen ist, ist die Mehrausgabe für ein vermeintlich gleiches Produkt, da sich diese leicht in greifbaren Einheiten, sprich Euros, ausdrücken lässt und dieses Wissen im Hinterkopf etwaige Entscheidungen stark beeinflussen kann.

    Bei der Qualität stellt sich die ganze Sache leider schon deutlich komplizierter dar.
    Nur in welcher Einheit misst man diese und vor allem mit welchen Messgeräten ?

    Fangen wir einmal damit an herauszufinden, was zur Qualitätsfindung ungeeignet ist.
    Dazu zählen in erster Line einmal alle subjektiven Eindrücke, also alles was das "Popometer" meldet, da es sich dabei um ein sehr unpräzises und auch höchst unzuverlässiges "Instrument" handelt.

    Ebenso ungeeignet sind Vorher - Nachher - Vergleiche die VMax (also die Höchstgeschwindigkeit) betreffend, da die Messbedingungen (Gefälle, Wind usw.) die Ergebnisse stark verfälschen können.
    Außerdem besitzen viele moderne Fahrzeuge eine VMax-Begrenzung die nicht von allen Anbietern standardmäßig gleich angehoben oder gar gänzlich aufgehoben wird.
    Darüber hinaus hat hier natürlich auch die Getriebeübersetzung maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis, was diese Vergleichsmethode in den meisten Fällen ebenso unbrauchbar macht.

    Wenig geeignet sind auch alle Vergleiche, die auf die reinen Leistungswerte des Motors (also Maximal-Leistung und Maximal-Drehmoment) abzielen, auch wenn es sich dabei um gemessene Werte handelt, da diese rein gar nichts über die Fahrbarkeit und die Leistungsentfaltung sowie die Haltbarkeit aussagen.

    Nur bedingt geeignet sind die Fahrleistungen des Fahrzeugs, also die Beschleunigungs- und Elastizitätswerte.
    Diese alleine stellen jedoch nur einen kleinen Teilaspekt des Gesamten dar und können somit bestenfalls zur Teilbeurteilung herangezogen werden.
    Auch mit schlechter und nicht auf Dauerhaltbarkeit ausgelegter oder sogar völlig unpassender Software (von einem anderem Motortyp beispielsweise) lassen sich mitunter annehmbare Leistungen erzielen, der Unterschied liegt dann eben woanders, nämlich bei der Haltbarkeit und bei etwaigen Spätfolgen und den damit verbunden Kosten.

    Welche Möglichkeiten hat man als Kunde nun (der sich nicht in den Tiefen der Technik auskennt und auch nicht über die entsprechenden Werkzeuge zum Auslesen und Analysieren verfügt) um hier überhaupt zu einer ganzheitlichen Beurteilung zu kommen ?
    Um es kurz zum machen: Keine, zumindest keine brauchbaren, mal abgesehen von der Teilbeurteilung über die Fahrleistungen des Fahrzeuges.

    Genau aufgrund dieser Hilflosigkeit versuchen viele Interessenten, die Qualität der Software anhand diverser Ersatzkriterien einzuschätzen.
    Neben immer wieder abgefragten Erfahrungen anderer Kunden (die hinsichtlich der Qualität auch nur ihre Popometer-Eindrücke oder fragwürdige Vorher - Nachher - Daten schildern können) achten die meisten Interessenten auf Dinge wie:

    •    Ansehnliche Versprechen zu Drehmoment und Leistung.
    •    Preisgestaltung, Nachlässe (Schnäppchen-Reiz).
    •    Ein optisch ansprechender Internetauftritt.
    •    Repräsentative Geschäftsgebäude.
    •    Zuvorkommende und freundliche Beratungen.
    •    Aufwändige technische Ausstattungen.
    •    Angebotene Garantien.
    •    TÜV-Gutachten.
    •    Versprechen, die Leistungscharakteristik individuell zu gestalten.
    •    Vor-Ort-Tuningaktionen.
    •    Hauseigener Leistungsprüfstand usw….

    Um Kunden anzulocken, statten daher viele Anbieter ihren Betrieb mit exakt solchen (Fassaden)Merkmalen aus.
    All das lässt aber wie gesagt keinerlei Schlüsse auf die Qualität der Software zu, die man dort erhält.

    Das einzige einigermaßen verlässliche Mittel dafür, wäre wohl die statistische Auswertung sämtlicher Schadensfälle.
    Da aber praktisch kein Anbieter für seine Softwareprodukte, mittels einer echten Garantie, selbst für Folgeschäden an Motor, Getriebe oder Antrieb haftet, sondern die meisten statt dessen viel lieber relativ nutzlose Versicherungen verkaufen (Ausnahmen bestätigen übrigens auch hier die Regel) müssen sich diese folgerichtig damit auch gar nicht befassen und werden daher in den meisten Fällen auch gar keine Kenntnis über aufgetretene Schadensfälle haben.
    Außerdem würde es wohl kaum ein Anbieter zugeben, selbst wenn er tatsächlich bescheid wüsste das seine "Abstimmungen" überdurchschnittlich viele Motoren und Getriebe zerstören.

    Das funktioniert also auch nicht, aber wie kommt man dann zu einer vernünftigen Entscheidung ?

    Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, qualitativ hochwertige Software zu erhalten, sollte man sich als Normalkunde also nicht von Äußerlichkeiten blenden oder abschrecken lassen, sondern sich eher an ein paar simplen Tatsachen orientieren:

    • Wie bereits unter Punkt 6 erläutert:
      Spezialisten leisten etwas Besonderes und das meistens auch noch wesentlich besser als die meisten andern „Allrounder“ zusammen.

    • Achten Sie darauf, ob der Anbieter professionelle Wiederverkäufer (im Idealfall Vertragswerkstätten) als Kunden hat.
      Dies ist wohl eines der verlässlichsten Zeichen dafür, dass hier vernünftige Software produziert und verkauft wird, denn was diese Zwischenhändler logischerweise am allerwenigsten gebrauchen können, sind Produkte, die nicht richtig funktionieren, die die Hardware zerstören oder bei der der Support nicht klappt.
      Sobald auch nur eines dieser Kriterien nicht mehr entspricht, wäre der Lieferant blitzartig weg vom Fenster.

    • Gibt es einen Eingangs-Check?
      Man achte darauf, ob der Anbieter vorher den Motor gründlich überprüft (im besten Fall mit dem herstellereigenen Diagnosegerät) denn nur gesunde Motoren sind auch brauchbare Tuningobjekte.

    • Anbieter die sich gegenseitig im Preisdumping unterbieten meidet man am besten, denn in deren Sortiment an Software sind gute Files ein absoluter Glückstreffer, auf den zu hoffen wirklich mehr als blauäugig ist.

    • Zeigt der Motor ein betont bissiges Ansprechen schon bei wenig Gas, dann deutet das auf den unter Punkt 7 erklärten Trick mit dem Gaspedalkennfeld hin, mit dem oft nur verschleiert werden soll, dass die versprochene Leistung nie und nimmer erreicht wurde.

    • Kunden, die ein wenig Ahnung von der Motortechnik haben, sollten die Möglichkeit nutzen, mit dem Entwickler selbst ein paar Worte, im Rahmen eines kleinen Fachgespräches, zu wechseln.
      Oft kann man so schon heraushören ob es sich dabei um jemand handelt, der wirklich Ahnung von der Materie hat, oder um einen klassischen "Dampfplauderer".
      Allerdings dürfen Sie hier keine Insiderinformationen oder exakte Angaben zu den Veränderungen erwarten, diese wird ein cleverer Entwickler immer für sich behalten.

    • Lassen Sie sich Werkzeuge und Dokumentationen, des Spezialgebiets des Anbieters betreffend, zeigen.
      Beides ist bei einer entsprechenden Spezialisierung unabdingbar.



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Wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.
TuneLine Fahrzeugtechnik GmbH - Tel: +43 (0) 316-28 9000-0 - office@tuneline.at

 
*Die Ausnahmen von Punkt 3. näher erläutert

  1. Die erste Ausnahme betrifft hauptsächlich den Importeur (nicht den Hersteller und das ist wirklich etwas völlig anderes) von Fahrzeugen meist koreanischer Herkunft.
    Diese Hersteller haben oft nicht die Vielfalt an verschieden starken Motoren in ihrem Portfolio, so wie der lokale Markt es eigentlich erfordern würde.
    Hier wird dann im Auftrag dieses Importeurs von einem Anbieter / Tuner (der das halt möglichst billig macht) ein Standardmodell des betreffenden Herstellers mittels der Software z. Bsp. von 140PS Serien-PS auf 110PS gedrosselt (was wirklich keine große Kunst ist) und schon hat der Importeur für ein und dasselbe Fahrzeug zwei Motorisierungen die sich nun wesentlich leichter an den Mann bzw. die Frau bringen lassen.
    Sich daraus jetzt aber selbst den Titel "Werkstuner“ umzuhängen ist nüchtern betrachtet wirklich kühn, marketingtechnisch allerdings zugegebenermaßen wirklich brilliant, denn so lassen sich arglose Kunden perfekt in die Irre führen.

  2. Die zweite Ausnahme kommt noch seltener vor und betrifft meist Hersteller von eher "höherwertigen" Fahrzeugen deutscher Produktion. (Hauptsächlich Mercedes, BMW und Audi)
    Hierbei handelt es sich jedoch meist auch nur um eine lose Zusammenarbeit was den Begriff "Werkstuner" hier ebenfalls als wenig angebracht erscheinen lässt.
    Dabei wird das Serienfahrzeug, häufig noch vor der Auslieferung, diesem Kooperationspartner zu Optimierung übergeben.
    Dieser führt dann eine ganzheitliche Anpassung durch, die weit über das Maß selbsternannter „Werkstuner“ hinausgeht.
    Dabei wird nicht nur die Motorleistung mittels Software angehoben, sondern es werden auch etliche mechanische Komponenten am Motor und/oder Getriebe getauscht oder verändert, um dieser gehobenen Leistung auch wirklich gerecht zu werden.
    Darüber hinaus finden in diesem Zuge auch häufig aerodynamische und manchmal sogar optische Optimierungen statt.
    Das Endergebnis kostet freilich ein zigfaches dessen was der selbsternannte „Werkstuner“ für die reine Softwareanpassung verlangt hätte.
    Dafür, und das ist neben dem Preis wohl das Hauptunterscheidungsmerkmal, bleibt hier jedoch die Herstellergarantie in vollem Umfang erhalten.
    Diese wird nun zur Gänze vom Kooperationspartner des Fahrzeugherstellers (der das Fahrzeug ja nun ganzheitlich optimiert hat) übernommen, und nicht wie das andere „Werkstuner“ gerne machen, dem Kunden eine windige Versicherung verkauft die dann lediglich Garantie genannt wird.

 


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